Dichtung | Erzählung | Chimären


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 Herbstlied


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 Weißt Du, der Schatten lässt sich öffnen


 Nachtnaht


 Vogeleile

 

 

Februar 2023, KHM Köln

"Schönheit des Fragments"
 

Gutenbergs Welt | 27. Januar 2024, 15 Uhr | WDR 3 

 

"Auch gebrochene Formen haben ihren Reiz. Kersten Knipp stellt Bücher vor, die die Kunst des Fragments feiern und immer wieder neu zum Erzählen ansetzen.

[...] 

Die Autorin Nasima Sophia Razizadeh denkt in "Sprache und Meer" über das Wasser und seine Verbindungen zum literarischen Schreiben nach."

 

 

"Da Malina schläft, fange ich zu schreiben an."

 

Über Ingeborg Bachmanns Roman Malina und einen Besuch in der Ungargasse, Wien III, im November.

 

 

"Der Wunsch nach dem Ganzen in Einem ist so eng eingewoben, dass es sich schmerzhaft liest, zuweilen, schmerzhaft ist. Er erfüllt sich nicht. Das ist die Bestimmung des „Zeitalter[s] der Stürze“, aber hierin liegt auch „die Poesie meines Geschlechts“ begründet. Es gibt kein oben und unten, kein Maß, das taugt."

 

"[...] Nähe fühlt man, hier, in der Ungargasse, nur im geöffneten Fenster, im Fensterrahmen, auf der Fensterbank, „vor einem Fenster werden wir stehen, lass mich ausreden!“, wo sich, unvermittelt, spürbar, weder klar trennbar, noch vereinbar, Innen und Außen berühren dürfen. Das konzentrierte, davonsehnende Eigene und die gewaltige, heranbrandende Ferne. Und kein Drittes. „Ich:    Doch. Eine Ausnahme.“"

 

"Die Nähe von Dichtung und Leben, das Potenzial und die Gefahr dieser Nähe, ist, manchmal, schwer erträglich. Es flimmert in „Malina“ und genauso flimmert es in der Ungargasse 6, Wien III. [...] Die unberührt bleibende Nähe des Stadtparks im Roman wird, wenn man selbst den „Weg zum Stadtpark hinunter“ macht, ganz nach- und unnachvollziehbar, und man weiß nicht so recht, von wo nach wo der Schatten fällt, von der Gasse auf den Park oder umgekehrt. [...] Im Stadtgarten habe ich, um die Anspielung aufzulösen, natürlich neben Bachmann Celan gesucht. Ein Weg hinaus aus der Erzählung, zurück, für einen kurzen Moment, in die Dichtung."

 

November 2023

Radiosendung: "Ausgezeichnete Dichtkunst"
 

"Wir freuen uns sehr, in unserer Dezembersendung die Dichterin Nasima Sophia Razizadeh bei unserem Radiotalk begrüßen zu dürfen. Nasima war im November als H.C.-Artmann-Stipendiatin in Salzburg, um die Eindrücke der Stadt in ihren Texten zu verarbeiten. Beeinflusst wurde sie dabei vom berühmten Salzburger Schnürlregen, aber auch Begegnungen, Schnee, Berge und Georg Trakl waren Inspiration für ihr Tun."

 

Moderation: Susanne Höll und Su Imhof (Radiofabrik), Felicitas Biller (mosaik)

 

Sendung vom 15. Dezember 2023


Kurzrezension: "Poésie en prose"
 

Der Philosoph Alexander Schnell über Sprache und Meer:

 

"[...] Die Worte reihen sich im Horizont eines mit dem Unendlichen abgestimmten - und zugleich mit ihm ringenden - Rhythmus und dabei mit ergreifender Sicherheit so aneinander, dass jede einzelne Silbe (!) "den" treffenden Klang erzeugt. Eine metaphysische Tondichtung, die Sprache, Leiblichkeit und immer wieder überraschende Sinnabgründe miteinander vermittelt. Selten werden der Leser und die Mitdenkerin derart in die Tiefen einer mit sich kämpfenden Selbstbesinnung und -entkleidung der Sprache, die diese dabei rastlos zu neuen, unerwarteten Ufern führen, in den Bann gezogen. [...] Eine ästhetische und denkerische Beglückung, ein atemberaubendes Debüt!"

 

November 2023


Es ist Ende Juli. Ich bin in Berck sur Mer.
 

"[...] Das zufällig getroffene Zeitfenster, aus dem heraus ich diesen präferierten, leider aber atypischen Tagesablauf beschreibe, ist, gemessen an der Festung eines ganzen Jahres, kaum mehr als eine Scharte, doch während ich nun schreibend hindurchblinzle durch meine schmale opake Sommer-Scharte, löst sich die restliche Jahresfestung auf und ganz kurz ist alles Fenster, ohne Glas.

Es ist Ende Juli. Ich bin in Berck sur Mer."

 

"[...] Die Literatur scheint mir aber hier ein Exempel statuieren zu können, zu müssen, indem sie sich für die Wortwahl, den Wortwillen, das Wortwagnis, für Gewähltheit und Gewandtheit, mal für Zugewandtheit, mal für Abwendung, entscheidet. Das Wort ist kostbar. Das Wort, wie so vieles andere Verkannt-Kostbare, will, scheint mir, viel häufiger, und sei es bloß spielerisch, auf die Goldwaage gelegt werden.

Literatur muss nicht nur geschrieben, sondern auch gedruckt werden. Hierbei darf doch der Betrieb nicht vergessen, dass er nicht nur die Verantwortung trägt, den Nachttisch mit neuer (guter) Lektüre zu beliefern, sondern auch dem Schreibtisch die abgeschlossenen (guten) Manuskripte abzunehmen und also Raum zu schaffen für neue Texte. Das Herzstück dieses Kreislaufs bleibt aber der phantasierende, Worte wählende, sie verwebende, und ihnen, indes, in seiner Wildnis, auf eigene Kosten, Wohnraum gewährende Kopf.

Und Literatur muss nicht nur geschrieben und gedruckt, sondern auch gelesen werden, denn das Schreiben nährt sich davon, vom Gelesenwerden, wenn auch nur behutsam, wie in Spurenelementen. Dem Leser ist der Autor also ohnehin und auf alle Zeiten verbunden, zärtlich verbunden.[...]"

 

 

Juli 2023

© Nasima Sophia Razizadeh. Alle Rechte vorbehalten. 

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